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Colt will keine Sturmgewehre mehr verkaufen

Richtungsentscheidung in einer der traditionsreichsten Waffenschmieden der Vereinigten Staaten: Der Pistolen- und Gewehrhersteller Colt stellt die Produktion von Sturmgewehren für den zivilen Markt vorerst ein.

Der US-Waffenhersteller Colt zieht sich vorerst aus dem Geschäft mit Schnellfeuergewehren und Sportwaffen zurück. Firmenchef Dennis Veilleux bestätigte entsprechende Medienberichte, dementierte aber Zusammenhänge mit den jüngsten Amokläufen und der Debatte um eine Verschärfung des US-Waffenrechts.

Veilleux verwies stattdessen auf eine Übersättigung des Marktes für “moderne Sportgewehre” und ausgelastete Produktionskapazitäten. Der Waffenhersteller mit dem traditionsreichen Namen stehe jedoch weiter hinter dem Zweiten Zusatzartikel (“Second Amendment”) der US-Verfassung, wie Veilleux in seiner Mitteilung bekräftigte. In dem fraglichen Verfassungszusatz ist das Recht auf Waffenbesitz verankert.

Das Geschäft mit Pistolen und Revolvern werde weiter ausgebaut, betonte der Colt-Chef. Auch für Polizei und Streitkräfte sollen Colt-Sturmgewehre weiter produziert werden. “Wir sind in der glücklichen Lage, umfangreiche Aufträge für Kunden aus dem Militär- und Sicherheitsbereich abarbeiten zu können.”

Militärwaffen für Sportschützen?

Von der Entscheidung betroffen sind unter anderem halbautomatische Waffen der Serie AR-15 für den zivilen Gebrauch. Diese halbautomatischen Langwaffen ermöglichen dem Schützen eine schnelle Schussabgabe und können auf Wunsch auch mit ergiebigen Magazinen ausgestattet werden. Im Kern basieren die Waffen auf dem militärischen Sturmgewehr, das beim US-Militär unter dem Kürzel M-16 geführt wird.

Beim Waffenhersteller Colt, der die Patente und Namensrechte an der Serie AR-15 hält, sind Gewehre dieses Typs zum Preis von knapp 1100 Dollar (rund 996 Euro) zu haben. Der Verkauf, der in den meisten US-Bundesstaaten kaum Beschränkungen unterliegt, ist in den USA allerdings seit Jahren besonders umstritten. Bei einer ganzen Reihe von Amokläufen setzten die Täter solche Schusswaffen ein, darunter auch bei Aufsehen erregenden Massakern mit etlichen Todesopfern wie etwa zuletzt im August in Dayton, in Parkland und Pittsburgh im Jahr 2018, in Las Vegas 2017 oder in Orlando im Jahr 2016.

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