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Gartenreich leidet unter Trockenheit

Noch hat zumindest der See im Wörlitzer Park ausreichend Wasser für Gondelfahrten. In den Kanälen sieht es schon anders aus.

Wörlitz (dpa/sa) – Die Trockenheit macht auch um das Unesco-Welterbe keinen Bogen: So sind Gondelfahrten im Wörlitzer Park zwar weiter möglich, jedoch mit Einschränkungen, sagte ein Sprecher der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz am Dienstag. Grund dafür sei, dass in dem System von Kanälen momentan für die Gondeln nicht überall ausreichend Wasser vorhanden sei. Daher fahren die Boote auf der sogenannten Sommerroute über den See, der sich vor dem Wörlitzer Schloss befindet.

“Die Wasserstandsentwicklung wird kontinuierlich geprüft, so dass bei steigenden Pegeln ‎operativ auch wieder auf die normale Route gewechselt wird”, teilte die Stiftung mit Blick auf das Angebot von unterschiedlichen Gondelfahrten in dem Kanalsystem mit.

Nach Angaben eines Sprechers der Gondelstation in Wörlitz (Landkreis Wittenberg) ist derzeit nicht genügend und entsprechend tiefes Wasser in den Kanälen des Wörlitzer Parks vorhanden. Das weit verzweigte System wird – wie auch der See – durch Grundwasser versorgt.

Der See hat indes seit dem vergangenen trockenen Sommer laut der Direktorin der Kulturstiftung Dessau-Wörlitz, Brigitte Mang, einen halben Meter Wasser eingebüßt. “Die Lampe blinkt rot. Es ist Handlungsbedarf gegeben”, sagte sie dem Sender MDR Kultur. Nach Angaben des Sprechers der Kulturstiftung wird derzeit beraten, welche konkreten Schritte nötig sind.

Der Wörlitzer Park wurde von Fürst Leopold III. Friedrich Franz von Anhalt-Dessau (1740-1817) ab 1764 als erster Landschaftspark im englischen Stil auf dem europäischen Festland angelegt. Inspiriert von seinen zahlreichen Reisen ließ dort Bauten und Landschaften anlegen, die etwa an das Kanalsystem mit Gondelfahrten in Venedig angelehnt worden sind.

Anliegen des Fürsten war es, die Kulturlandschaft zwischen Dessau und Wittenberg als einen Ort der Entspannung und Bildung für jeden Menschen frei zugänglich nutzen zu können. Im November 2000 wurde das weitläufige Dessau-Wörlitzer Gartenreich, dessen Kern der Wörlitzer Park ist, von der Unesco als Welterbe anerkannt.

Im Thüringer Nationalpark Hainich leiden dem Bericht von MDR Kultur zufolge die Baumbestände unter Wassermangel. Ähnliches berichtet laut dem Sender die Leitung des Fürst-Pückler-Parks Bad Muskau in der Oberlausitz.

Das Dessau-Wörlitzer Gartenreich

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